Hallo erstmal, ich bin Johanna, 18 Jahre alt und in der Lehre zur Mechatronikerin bei Flex.
Mit diesem Beitrag möchte ich euch einen kleinen Einblick geben, wie ich in die Technik kam.

Angefangen hat alles, als ich etwa 15 Jahre alt war. In dem Alter werden viele vor die Wahl gestellt: Gehe ich in einen weiterführende Schule oder suche ich mir einen Lehrplatz? Und in welche Richtung soll es gehen? Will ich in die Gastronomie, in den Bürobereich oder vielleicht doch in die Technik? Und wenn man sich entschieden hat, in welche Richtung es gehen soll, steht man vor der nächsten Frage: Welchen Beruf möchte ich in diesem Bereich ausüben? … usw.
Da ich die Schule eher doof fand und ich mein eigenes Geld verdienen wollte, habe ich mich für eine Lehre entschieden, aber was genau ich machen wollte, war mir noch unklar. Also hab ich das Eine oder Andere ausprobiert. Für mich war von Anfang an klar, dass ich keinen typischen „Mädchenberuf“  wie Frisörin lernen will.

Da meine Eltern ein eigenes Gasthaus haben und mein Papa auch als selbstständiger Mechatroniker arbeitet, war eigentlich klar, dass ich in die Gastronomie gehe. Weil ich ja ein Mädchen bin, hab ich im Beruf meines Papas nichts verloren. Den Beruf der Restaurantfachfrau wollte ich nicht ergreifen, weil ich keine dazu Lust hatte, so viel mit Gästen zu kommunizieren. Deshalb blieb mir nur die Küche zur Auswahl, aber nachdem ich mich weigerte rohes Fleisch anzugreifen, gestaltete sich das etwas schwierig. Bei meiner ersten Schnupperlehre als Bäckerin kam dann die Erkenntnis, dass dieser Beruf für mich zwar okay wäre, aber nicht ganz der Richtige für mich ist. Dann haben mich meine Eltern gefragt, für welchen Beruf ich mich nun bewerben wolle, denn gegen Ende des 9. Schuljahres wurde die Zeit langsam knapp. Ich wollte eigentlich den Beruf meines Papas erlernen, mit ihm bin ich schon mit zwei Jahren in den Wasserkraftwerken unterwegs gewesen und dort habe ich ihm bei der Arbeit zugesehen. Ich hatte immer Freude daran, wenn ich mit durfte und wir eine Maschine zerlegt haben, aber ich dachte mir: „Was soll ich da als Mädchen?“ Als ich mit dem 9. Schuljahr fertig war und mir nichts eingefallen ist, habe ich mit 16 Jahren noch das freiwillige 10. Schuljahr auf der PTS-Althofen absolviert. Da konnten wir uns in den ersten drei Wochen alle Zweige ansehen, vom Büro bis hin zur technischen Werkstatt. Danach durfen wir uns für einen Zweig entscheiden. Mir hat nichts, außer dem Zweig Mechatronik, wirklich gefallen. Also habe ich mich dafür eingeschrieben und es mit starkem Gegenwind zu tun bekommen: Viele meiner Freundinnen haben mich gefragt, ob ich noch alle Tassen im Schrank habe und leider haben auch ein paar aus meiner Familie an meiner Entscheidug gezweifelt. Die Begründung lautete: „Ein Mädchen hat nicht den technologischen Verstand eines Jungen“. Meine Eltern waren die Einzigen, die nicht skeptisch waren und meinten: „Mach, was immer dir Spaß macht, DU musst es machen.“ Nach meiner zweiten Schnupperlehre als Mechatronikerin bei Flex war ich mir ganz sicher, dass ich als Mädchen nicht schlechter bin als ein Junge. Mit Ende des Schuljahres habe ich mich dann als Mechatronikerin bei der Firma Flex und anderen Unternehmen beworben. Mit 17 Jahren habe ich dann meine Lehre als Mechatronikerin bei Flex angefangen und habe es nicht bereut.

Egal ob Mädchen oder Junge, unterm Strich ist jeder Mensch anders und hat seine Stärken und Schwächen – und das zählt. Was ich damit sagen will ist, dass ihr bei eurer Berufsauswahl nicht darauf achten solltet, ob der Beruf ein typischer „Mädchen- oder Jungenberuf“ ist oder was euer Umfeld dazu sagt. Auch wenn es eure Eltern sind, die sagen: „Nein, Meine Tochter wird nicht in einer Werkstatt arbeiten“, wichtig ist, dass ihr auf euch hört und das macht, was ihr machen wollt und was euren Fähigkeiten entspricht!!!

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