Als Chemielabor- / Chemieverfahrenstechnikerin bei der Treibacher Industrie AG in Althofen, Kärnten ist der Arbeitsalltag relativ vielfältig – insbesondere, wenn man in der Lehre ist.

Als Lehrling im 1. Lehrjahr erlerne ich gerade mein „praktisches Know-How“ im WR- Betrieb, in welchem sogenannte Persalze auf Aktivsauerstoffbasis hergestellt werden. Kurz und knapp erklärt: Das, was im Waschmittel dafür sorgt, dass das Lieblingskleid nicht mehr aussieht, als hätte man es in ein Schokofondue getaucht.
Natürlich entsteht so ein Waschmittel nicht einfach so kurzer Hand und von ganz alleine, im Gegenteil erfordert es eine Menge fachlicher Kenntnisse und Erfahrung, damit am Ende auch ein qualitativ hochwertiges Produkt entsteht. Und – natürlich – muss ein solches Produkt kontrolliert werden, bevor es an den Kunden oder die Kundin verkauft wird.

Hierfür dient ein spezielles ISO-System der ordnungsgemäßen Auswertung des Produktes.

Mein Arbeitstag beginnt um 7:00h und damit, dass ich Sicherheitsschuhe und Schutzkittel anziehe – Sicherheit am Arbeitsplatz ist nämlich sehr wichtig. Beim Umgang mit Chemikalien wird auch noch eine Schutzbrille und ggf. Handschuhe getragen, im Betrieb selbst ist auch eine Anstoßkappe wichtig.

Zunächst gehe ich in den Betrieb, um Produktionsproben zu holen, denn das muss in zeitlich festgelegten Abständen getan werden. Von jedem unterschiedlichen Produkt, respektive den unterschiedlichen Qualitätsstufen, hole ich eine Probe des fertig hergestellten Materials und eine Zwischenprobe, die es jetzt zu analysieren gilt.
Das müsst ihr euch ungefähr so vorstellen: An das fertige Produkt werden ja gewissen Anforderungen gestellt: Das Korn soll eine gewisse Korngröße haben, denn niemand möchte ein total klumpiges Waschmittel haben oder eines, das einen an Staub erinnert. Das Produkt darf nicht zu feucht sein, immerhin reden wir ja von Waschpulver und nicht von Waschschlamm und – natürlich- muss der Wirkstoff enthalten sein, der später die Wäsche sauber macht, und davon auch nicht zu wenig.
Die gerade eben geholten Proben werden jetzt auf diese und weitere Eigenschaften geprüft. Über verschiedene physikalisch-chemische Verfahren werden Korngröße und Feuchtigkeit bestimmt, nasschemisch überprüft an den „Wirkstoffgehalt“. Dazu löst man die Probe in einem Kolben und gibt dann so lange ein spezielles Kaliumsalz dazu, bis sich die Farbe ändert. Dahinter steht eine mehr oder weniger komplizierte chemische Reaktion – auf jeden Fall kann man auf diesem Wege berechnen, wie viel Wirkstoff in dem Produkt enthalten ist.

Sind alle Analysen fertig, werden die Analysenergebnisse in eine Liste eingetragen und mit den Anforderungen verglichen. Ist das Korn jetzt so groß, wie es sein soll? Ist genug Wirkstoff in dem Produkt? Kurz und knapp: Darf das Produkt so an den Kunden verkauft werden?

Als nächstes stehen die Abwasserproben auf dem Tagesplan, denn auch der Umweltaspekt ist für die Treibacher Industrie AG sehr wichtig.  Im WR-Betrieb wird das Abwasser aufbereitet und läuft danach vollständig gereinigt in die Gurk. Das bedeutet natürlich, dass kontrolliert werden muss, dass keine Chemikalien im Wasser enthalten sind und so der Umwelt nichts Schlechtes getan wird.

Vor der Mittagspause müssen noch einmal die Produktionsproben angeschaut werden; zwischendrin steht immer eine Menge an; die Zeit vergeht mehr oder minder wie im Flug. In der Mittagspause gehe ich oft in die Werkskantine, je nachdem was es zu essen gibt. Manchmal sitze ich aber auch einfach mit den Arbeitskollegen im Aufenthaltsraum und trinke eine heiße Schokolade- kommt ganz darauf an. Am Nachmittag ist die ideale Zeit, um das Erlernte selbstständig nochmal durchzuführen und so gewonnene Kenntnisse zu vertiefen – immerhin müssen die Produktionsproben auch jetzt noch einmal kontrolliert / analysiert werden.
Ein kurzer Blick auf die Uhr – schon so spät?
Um 15:45h endet mein Arbeitstag und ich fahre heim. Bis morgen also…

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