Malerei – Landeslehrlingswettbewerb 2018

Am Freitag, den 20. April 2018, war es soweit: der jährliche Landeslehrlingswettbewerb der Maler_innen fand in den Lehrwerkstätten der Malerinnung in Klagenfurt statt.

Bei dem Bewerb nahmen die besten 13 Lehrlinge Kärntens teil, darunter 9 Mädchen. Ein Zeichen, dass der Beruf einen Wandel erlebt und nicht mehr nur ein „typischer Männerberuf“ ist. Lehrlingsbeauftragter und Malermeister Reinhold Edlinger war besonders stolz, dass es dieses Jahr so zahlreiche Teilnehmer_innen gab.

Als ich um zirka 12 Uhr auf Malermeisterin Barbara Hofer und Lehrlingswart Herrn Edlinger wartete, traf ich schon die ersten, geschafften Teilnehmer_innen im Pausenbereich. Ich nutzte die Chance und befragte sie zum Wettbewerb. Viele hatten die Wochen vorher hart dafür trainiert und bereiteten sich auch neben der stressigen Berufsschulzeit noch für den Wettkampf vor (die Berufsschule für die Maler_innen befindet sich in Völkermarkt, hier in Kärnten).

Insgesamt hatten die Teilnehmer_innen 4 ½ Stunden Zeit das vorgegebene und bereits vorher bekannte Motiv auf die Platten zu bringen, sowie einen Farbton genau abzumischen. Es ist zu betonen, dass die Lehrlinge nichts abkleben durften und nur mit Lineal, Zirkel und Pinseltechniken arbeiteten.

Entscheidende Kriterien die bewertet wurden, waren unter anderem:

  • Deckkraft
  • Farbzusammenstellung
  • Maßgenauigkeit
  • Saubere Ecken und Rundungen
  • Richtiges Farbenmischen
  • Und sehr wichtig: die perfekte Linierung

Nach getaner Arbeit kam die Jury zum Einsatz und musste über die Sieger und Siegerinnen entscheiden.

Die Jury bestand aus Karl Maier, Johann Baumgartner, Alexander Trapp, Lukas Eder, Barbara Hofer, Karoline Skrutel und Elizabeth Ebner.

Reinhold Edlinger, Mentor des Jahres 2017 über alle Berufsgruppen und Lehrlingsbeauftragter, war dieses Jahr nicht in der Jury, weil einer seiner Lehrlinge diesmal teilnahm (und auch erfolgreich war, aber mehr dazu später).

Dieses Jahr gab es erstmals ein neues System bzw. eine Regeländerung: und zwar durften die Teilnehmer_innen nicht mehr ein eigenes Motiv vorbereiten, sondern es gab ein einheitlich vorgegebenes Motiv, an das sich alle halten mussten. Die Farbharmonie und -gestaltung durfte aber selbst entwickelt und zusammengestellt werden. Die Änderung war notwendig, da es immer wieder Unstimmigkeiten zwischen der Jury und dem „Publikum“ gab – die Jury bewertete die Fachkompetenz, während für Laien die Optik zählte. Außerdem mussten auch schon Teilnehmer_innen im Bundeswettbewerb disqualifiziert werden, weil sie ein Motiv verwendeten, das schon einige Jahre vorher verwendet worden war. Mit der Regeländerung gab es im Vorfeld aber auch die Befürchtung, dass „die Kreativität auf der Strecke bleibt“.

 

Vor dem Wettbewerb sprach ich mit Malermeisterin und Jurymitglied Barbara Hofer, die auch selbst vor mehreren Jahren Teilnehmerin war. Sie bezeichnete den Wettbewerb als „Nervensache“ und erzählte mir von Einzelfällen, bei denen ausgezeichnete Malerlehrlinge aufgrund von Nervosität alles hinschmissen, obwohl sie mit einer fertigen Arbeit locker auf „das Stockerl“ gekommen wären. „Man muss bis zur letzten Minute kämpfen und die Nerven behalten“, rät sie.

Dieses Jahr schmiss aber niemand der 13 Teilnehmer_innen die Nerven und alle lieferten hochwertige Malereien ab. Leider konnte es wie gewöhnlich nur 3 Sieger_innen am Podest geben, aber jeder Maler_in erhielt eine Teilnahmeurkunde und Malerutensilien. Der erste Platz wurde mit einem neuen I-Phone belohnt. Weiters wurden Media-Markt-Gutscheine im Wert von über 1.000 € zur Verfügung gestellt.

Um 15 Uhr fand dann die mit Spannung erwartete Siegerehrung statt, bei der Rudolf Bredschneider sich extra bei den Pädagog_innen und Ausbildner_innen bedankte, die die Teilnahme der Lehrlinge möglich machten. Aufs „Stockerl“ schafften es

Roland Pacher von der Malerei Edlinger 2000 (3. Platz), Denise Tischler von der Malerei Carmen Rom (2. Platz) und große Siegerin wurde Stefanie Gruber vom Malerbetrieb Ortner in Villach.

„Ich habe gewusst, dass andere Gute dabei sind, mit dem Sieg habe ich nicht gerechnet“ sagte sie in dem Interview kurz nach der Bekanntgabe der Sieger_innen.

Stefanie fing 1 ½ Monate vorher an, an den Wochenenden zu trainieren und dabei wurde sie vom Betrieb unterstützt. Die zweitplatzierte Denise, die einen Monat vorher mit der Vorbereitung startete, sagte zum Beruf der Malerin, dass es „ein abwechslungsreicher Beruf ist, bei dem immer etwas anderes zu tun ist“ und dass ihr am besten das Fassadenmalen gefällt.

Ebenfalls anwesend bei der Siegerehrung war Maler-Weltmeister Sebastian Gruber. Er will interessierte Jugendliche motivieren, bei solchen Wettbewerben mitzumachen, weil es „einfach a lässige Geschichte ist“, da man neue Leute kennenlernt, wichtige Erfahrungen sammelt und dadurch viele Optionen für die berufliche Karriere hat.

Etwas, das alle Sieger_innen gemeinsam haben, ist das „Herzblut“ und die Freude am Beruf. Dinge, die zu diesen ausgezeichneten Leistungen und dem Erfolg führten. Diese Energie und das Herzblut werden ihnen hoffentlich am Österreichischen Bundeswettbewerb der Maler_innen, der von 08. – 10. Juni 2018 in Wien stattfindet, zu einem Podestplatz verhelfen.

Nochmals herzlichen Glückwunsch an die Gewinner_innen! Ich wünsche allen viel Spaß und Erfolg beim nächsten Wettbewerb!

Für mich war es auf jeden Fall sehr spannend bei der Siegerehrung dabei zu sein und einen Einblick in den Beruf zu bekommen. Ich werde vielleicht als nächstes ein Praktikum bei einem Malereibetrieb machen, da ich sehen konnte, dass viele Fähigkeiten wie Kreativität und Genauigkeit gebraucht werden, die ich meiner Meinung nach auch mitbringe. Aufregend war außerdem, die Interviews mit Barbara Hofer, Herrn Edlinger und WORLD Skills Sieger Sebastian Gruber zu führen. Diese Woche war eine sehr tolle – mit einem „krönendem“ Abschluss. Vielen Dank an Frau Sigrun Müllneritsch, die mir das Praktikum im MÄZ ermöglichte!

Florence Leitner

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