Wenn ich jemandem etwas von meinem Beruf erzähle, dann ernte ich dafür meist unglaubwürdige Blicke oder mein Gegenüber grinst mich an, als wollte er „Nie im Leben“ sagen. Nicht, weil ich einen untypischen Beruf erlerne oder etwas, unter dem sich niemand etwas vorstellen kann und auch nicht, weil ich gerade erzählt habe, dass ich die neue Miley Cyrus oder Heidi Klum werde, sondern einfach, weil sich niemand vorstellen kann, dass ich als Frau einen technischen Beruf erlerne.

Ich weiß gar nicht, warum anscheinend noch in vielen Köpfen verankert ist, dass alles was mit Maschinen und Technik zu tun hat eher etwas für die Männerwelt ist und Frauen doch eher Friseurin oder Floristin sein sollten oder vielleicht Krankenschwester, aber irgendwie hat sich dieses Frauenbild noch immer nicht gewandelt.

Verwunderlich eigentlich, wo wir in einer Zeit leben, in der Stereotypisierung mehr und mehr in den Hintergrund rückt und „Abseits der Norm“ immer mehr Modeerscheinung ist. Wir haben die einstige Männer-Arbeitshose (Jeans!) zum absoluten Musthave emporgehoben, haben den Holzfällerstyle fortgehtauglich gemacht, uns Bartöl für pinke Glitzerbärte zugelegt, eine Zeit lang war es sogar vollkommen undenkbar, dass die Herren der Schöpfung ohne ihre Plateau- Absatzschuhe aus dem Haus gegangen sind (ein Hoch auf die 70er!). Und es geht noch weiter: Wir haben (zumindest schon ein wenig) Toleranz für Homosexualität, kennen neben der Hausfrau auch die Karrierefrau; Kind und Beruf wird immer normaler. Wir haben Transgender und Pansexualität, trinken vegane Milch und knabbern an unserem weizenfreien Brotsticks- alles Dinge, die vor einigen Jahren noch undenkbar gewesen wären.

Und trotzdem ist eine Frau in einem technischen Beruf für viele noch immer eigentlich undenkbar. Und wenn schon, dann sind alle erstaunt, wenn man zeitgleich Make-up mag oder High Heels trägt oder sich gerne die Nägel lackiert- immerhin, man ist ja eine Frau in einem technischen Beruf. Und hier sind wir wieder, in einem Vorurteil, einer Schublade, was eine Frau sein muss, wenn sie in einem technischen Beruf arbeitet. Das sind dann die Fleecejackenträgerinnen und die Besitzerinnen 2 Paar schmutziger Sneakers vielleicht, wieder ein Klischee, was ich noch nie erfüllt gesehen habe. Worauf ich hinauswill? Wir sind nicht das eine oder das andere, nicht bloß dieses oder jenes. Was euch gefällt und wer ihr sein wollt, das bestimmt noch immer ihr selbst. Und daran solltet ihr festhalten, ganz gleich, was andere sagen und wie komisch das im ersten Moment zu sein scheint. Am Anfang ist es vielleicht noch ungewohnt, so als Frau in einem technischen Beruf- aber Hey! – das war die Leggins/ UGG Boot Kombi am Anfang auch, oder etwa nicht?

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